Philatelistische Begriffsbestimmungen
Erläuterungen und Definitionen philatelistischer Fachbegriffe
A
Altprüfung
Altprüfung ist die Bezeichnung für eine Prüfung, dokumentiert durch Signierung, Kurzbefund, Befund oder Attest, für die in der Regel keine Haftungsverpflichtung mehr besteht. Sie muss nicht von Mitgliedern oder ehemaligen Mitgliedern des BPP vorgenommen worden sein.
Andrucke
Andrucke sind Drucke, die meist auf unterschiedlichen Papieren vor Beginn des eigentlichen Markendrucks hergestellt werden, um die Druckmaschine nebst Farbwerken auf ihre ordentliche Funktion und die Druckform auf Sauberkeit zu überprüfen. Hierzu gehören auch Phasendrucke beim Mehrfarbendruck.
Aufklebefalte
Aufklebefalten entstehen durch ein Verrutschen der Marke beim Aufkleben, sodass Teile der Marke leicht gegeneinander verquetscht werden. Der „Faltenwurf" bzw. der Verlauf dieser bugartigen Ausbeulung im Papier ist dabei meist unterschiedlich stark ausgeprägt und springt teils unregelmäßig vor und zurück; das Papier ist nicht gebrochen.
Aufrauhung
Eine Aufrauhung ist eine leichte Beeinträchtigung der Papierstruktur, bei der – im Gegensatz zur Schürfstelle – nur die oberste Papierschicht betroffen ist.
Aufspaltung
Ähnlich dem Laschen- oder Taschenaufriss handelt es sich bei einer Aufspaltung um einen eher flächigen, parallel zur Marke verlaufenden Flachriss, bei dem Teile des Rand- bzw. Zähnungsbereichs abgehoben sind.
Aufdruck
Bezeichnung für alle nachträglich (maschinell oder manuell) angebrachten Drucke zur Veränderung wesentlicher Merkmale eines vorhandenen Postwertzeichens in Form von zusätzlichen Buchstaben, Worten oder Zeichen (z.B. zur Änderung der Landesbezeichnung oder Währung, oft nach Änderung der Staatsform, zur Änderung der Markengattung oder des Verwendungszwecks).
ausgefallener Papierfremdkörper
Markenpapiere enthalten je nach Zusammensetzung oftmals kleine Fremdkörper wie Leim- oder Sandkörner, winzige Holzspäne oder andere Fremdkörper. Wenn sie ausbrechen oder ausgewaschen werden, hinterlassen sie oft kleine unregelmäßig geformte Löcher im Papier. Da diese Einschlüsse im Herstellungsprozess entstanden sind, sind derartige Phänomene nicht als Mängel anzusehen.
Abstempelungen
Abstempelungen sind Entwertungen von Postwertzeichen mit Hilfe postalischer Stempel, die zumeist aus Metall, jedoch auch aus Gummi, Holz, Linoleum oder ähnlichem gefertigt sind.
B
Barfrankatur
Falls das Porto für eine Postsendung oder für einen entgeltpflichtigen Postdienst ohne Verwendung von Postwertzeichen bei der Auflieferung bar bezahlt oder offiziell gestundet wird, handelt es sich um eine Barfrankatur. Barfrankaturen können etwa in Not- und Kriegszeiten in Ermangelung von Postwertzeichen erforderlich sein.
Belege
Belege sind z.B. Briefe, Karten, Ganzsachen, Päckchenausschnitte, Paketkarten, Postanweisungen usw. sowie amtliche bzw. staatlich zur Verwendung im Kommunikationsverkehr autorisierte, aber auch von privater Seite hergestellte Formulare mit oder ohne aufgeklebte Postwertzeichen zur postalischen Verwendung. Briefstücke sind Ausschnitte aus Belegen.
Brief
Mit dem Begriff „Brief" im philatelistischen Sinne wird in der Regel die Briefhülle gemeint, die meist das eigentliche Sammelobjekt ist, da auf dieser Hülle Frankatur, postalische Vermerke und ähnliches angebracht sind. Vor dem Aufkommen des Briefumschlags bis ca. 1870 stellt der Faltbrief die übliche Form der Briefversendung dar.
Bruch
Ein Bruch im Markenpapier ist ein sehr stark ausgeprägter Bug, bei dem die Papierstruktur derart angegriffen ist, dass Teile der Marke bereits durchhängen, sich also nicht mehr selbständig in die Ausgangsposition zurückbiegen, sondern irreversibel in einem abgeknickten Zustand verbleiben. Entlang der Bruchkante ist das Papier dabei oftmals schon leicht perforiert oder angetrennt.
Bug
Ein Bug ist eine meist durch Faltung, Umschlag oder Quetschung, d.h. durch übermäßiges Umknicken des Markenpapiers verursachte Beeinträchtigung der Marke, in deren Folge die Papierstruktur (an)gebrochen wird. Der Begriff Knick wird mitunter synonym verwandt.
D
Doppeldruck
Ein Doppeldruck liegt vor, wenn sich zwei deutlich voneinander abgesetzte Druckbilder auf der Vorderseite eines Postwertzeichens zeigen. Doppeldrucke werden signiert bzw. attestiert.
Druckzufälligkeiten
Diese Art der Abweichung vom Druckbild entsteht während des Drucks und zeigt sich nur temporär auf einzelnen Bogen oder einem geringen Teil der Auflage. Im Gegensatz zu Plattenfehlern handelt es sich um Abweichungen, die durch nachlässiges Arbeiten oder Zufall entstanden sind und durch Reinigung in der Regel wieder zu entfernen sind. Sie werden nicht signiert bzw. attestiert.
Durchstich
Bei durchstochenen Marken wird mittels feiner Messer das Papier zwischen den Markenreihen teilweise eingeschnitten, so dass Papierbrücken zwischen den einzelnen Schnitten stehen bleiben. Durchsticharten sind: Linien-, Punkt-, Zickzack-, Sägezahn- und Bogendurchstiche. Durchstiche auf private Veranlassung werden in der Regel nicht geprüft.
E
Einzelfrankatur
Einzelfrankatur (EF) portogerecht: Ein Postwertzeichen auf Ganzstück. Eine portogerechte Einzelfrankatur liegt vor, wenn das gesamte Porto der Postsendung oder ein entgeltpflichtiger Postdienst tarifgemäß durch eine Briefmarke abgegolten wird.
Ersttagsverwendung
Eine Ersttagsverwendung liegt vor, wenn ein Beleg am ersten Tag der Gültigkeit der zur Frankatur verwendeten Briefmarken abgestempelt und befördert wurde. Ersttagsbriefe werden – aufgrund des Sammlerinteresses – oftmals für philatelistische Zwecke produziert und postalisch nicht mehr befördert.
Essays
Essays sind alle zu Versuchs-, Vorlage- oder Auswahlzwecken hergestellten Entwürfe oder (Teil-)Drucke zu einem zur Ausgabe vorgesehenen Postwertzeichen, die aber von diesem hinsichtlich der endgültigen Zeichnung abweichen. Man unterscheidet zwischen amtlichen Versuchsdrucken und privaten Versuchsdrucken.
ETB
ETB steht für „Ersttagsblatt" und bezeichnet ein philatelistisches Erzeugnis, das mit Postwertzeichen, einer zugehörigen Ersttagsabstempelung und auf den Ausgabeanlass bezogenen Erläuterung und/oder Illustration versehen ist. Ein Ersttagsblatt ist nicht zur Beförderung auf dem Postweg vorgesehen.
F
Falschstempel
Falschstempel sind Nachahmungen echter Poststempel oder Phantasiestempel. Abschläge können manuell (gemalt), per Kopierer oder mittels auf fotomechanischem Wege angefertigter (Klischee-)Stempel aufgebracht werden. Alle derartigen Nachahmungen sind Fälschungen und werden als „Stempel falsch" signiert.
Faltungsbug
Faltungs- oder genauer Registraturbüge sind typisch für Belege, deren Briefhülle aus einem beschriebenen Briefbogen besteht. Diese Briefe wurden für die Ablage in einer Registratur in der Regel abweichend gefaltet. Da diese Form der Archivierung die meisten der im Handel sich befindlichen Belege betrifft, sind derartige Büge üblicherweise – sofern sie nicht die Marken selbst betreffen – nicht als Mangel zu beschreiben.
Farbabklatsch
Ein Farbabklatsch zeigt sich auf der Markenrückseite als spiegelverkehrter „Druck". Er entsteht in der Regel bei Leerlauf der Druckmaschine oder durch unsachgemäße bzw. zu frühe Schichtung der Bogen nach dem Druck. Farbabklatsche sind Druckzufälligkeiten, die weder signiert noch attestiert werden.
Farbfehldrucke
Farbfehldrucke sind versehentliche oder unbefugte Druckausführungen einer Marke in einer anderen als der vorgesehenen Farbe bzw. auf einem anderen als dem vorgesehenen (meist farbigen) Papier. Katalogisierte Farbfehldrucke werden signiert bzw. attestiert.
Farbtönungsunterschiede
Farbtönungsunterschiede (katalogisierte Unterarten) sind meist in Farbgruppen zusammengefasste signifikante Unterschiede der gleichen Hauptfarbe (z.B. grün: gelbgrün, blaugrün), die visuell – u.U. nur unter UV-Licht – getrennt werden können. Sie entstehen in der Regel durch abweichende Mischungen der Druckfarbe. Katalogisierte Farbtönungsunterschiede werden signiert bzw. attestiert.
FDC
FDC steht für den englischen Begriff „First Day Cover" (Ersttagsumschlag). Es kann sich dabei um einen Brief oder ein philatelistisches Erzeugnis handeln, das mit Briefmarken frankiert ist, die am ersten Tag ihrer Gültigkeit mit einem Tages-, Sonder- oder speziell dafür geschaffenen Ersttags-Sonderstempel entwertet wurden.
Federzugentwertung
Federzugentwertung (auch: Federstrichentwertung): Handschriftliche Entwertung z.B. durch Datum, Ortsangaben, Initialen, Namenszug, Strich, Durchkreuzung oder ähnliches.
Fehldrucke
Als Fehldruck gelten alle vom vorgesehenen Auflagendruck abweichenden Erzeugnisse, die auf die Verwendung falschen Druckmaterials, auf menschliches Versagen oder auf während des regulären Drucks eingetretene technische Mängel zurückzuführen sind (z.B. Farbfehldrucke, kopfstehende Mittelstücke, Aufdruckverwechselungen, Wasserzeichen(richtungs)abarten oder Doppeldrucke).
G
Ganzfälschungen
Ganzfälschungen sind Fälschungen, bei denen das gesamte Postwertzeichen in allen Teilen gefälscht ist. Bei Ganzfälschungen von Belegen und Briefstücken sind sämtliche Bestandteile des Beleges oder Briefstücks falsch.
Ganzsachen
Ganzsachen sind Briefe, Karten und sonstige zur Verwendung im Postdienst vorgesehene Formulare mit eingedrucktem Wertstempel bzw. Wertvermerk oder einem Stempelvermerk (Vorausentwertung), der vor dem postseitigen Verkauf angebracht sein muss.
Ganzsachenausschnitte
Als Ganzsachenausschnitte bezeichnet man die aus einer Ganzsache herausgeschnittenen Wertstempel. Als Prüfgegenstand sind nur solche Ausschnitte gemeint, die nachweislich auf Beleg(ausschnitt) als Frankatur Verwendung fanden.
gebraucht
Gebraucht sind Postwertzeichen, die durch Abschlag oder Aufdruck eines Stempels, in selteneren Fällen durch handschriftliche Entwertung (z.B. Federzug) oder ähnliche Maßnahmen für eine postalische Zweitverwendung unbrauchbar gemacht wurden. Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „gestempelt" oder „entwertet" genannt.
gebräunt
Eine Bräunung bezeichnet eine starke Veränderung der Papier- und/oder Markenfarbe, ggf. auch der Papierstruktur durch äußere Einflüsse. Das Papier zeigt bei einer Bräunung eine stark gelbliche Tönung und ist oft stärker brüchig und aschig spröde, wobei es schon bei leichter Berührung brechen kann.
gereinigt
Stockflecken oder Verschmutzungen auf Marken können durch verschiedenste chemische Methoden oder auch nur durch eine längere Wässerung entfernt oder abgemildert werden. Derartige Verfahren hinterlassen auf der Marke jedoch Spuren im UV-Licht. Je nach Deutlichkeit sind derartige Erscheinungen als Mangel anzusehen und zu beschreiben.
gummifreie Stelle
Gummifreie Stellen in der Gummierung sind einem ungenauen oder unvollständigen Gummierungsprozess geschuldet und im Gegensatz zu mehr oder weniger gummifreien Stellen infolge einer Entfalzung als herstellungsbedingt anzusehen.
Gummibug
Ein Gummibug entsteht durch stärkere Spannungen zwischen Papier und Gummi (aufgrund wechselnder Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit) während des Trocknungsprozesses. Im Krakelee der Gummierung entstehen ausgeprägte Sprünge, die u.U. auch das Papier in Mitleidenschaft ziehen können. Sie sind als herstellungsbedingt anzusehen und kein Mangel.
H
Haftstelle
Eine Haftstelle ist eine Beeinträchtigung der Gummierung, deren Ursache nicht auf den Herstellungsprozess, sondern auf eine spätere Beeinträchtigung der Gummierung durch unsachgemäße Lagerung oder Behandlung der Marke zurückzuführen ist.
herstellungsbedingte Gummianhaftung
Eine herstellungsbedingte Gummianhaftung entsteht – ähnlich dem Farbabklatsch – bei einer Lagerung von Bogen, deren Gummierung noch nicht ausreichend trocken ist. Solche Marken sind als postfrisch anzusehen.
K
Kalanderbug
Ein Kalanderbug entsteht durch eine spezielle Papierglättvorrichtung (die sogenannten Kalanderwalzen), die neben dem Papier auch die meist schon aufgebrachte Gummierung „bearbeitet". Er ist – im Gegensatz zu einem Bug – an ein bestimmtes Herstellungsverfahren gebunden und dementsprechend nicht als Mangel anzusehen.
Knitter
Ein Knitter ist als eine Art Zwischenstufe zwischen Aufklebefalte bzw. Papierwelle und Bug anzusehen. Eine gebrochene Papierstruktur ist zwar noch nicht erkennbar, es zeigt sich aber bereits eine Veränderung (ohne dass diese vollständig zu entfernen wäre).
L
Laschenaufriss
Bei einem Laschen- oder Taschenaufriss handelt es sich um eine besondere Form einer Schürfstelle: Das Papier ist wie bei dieser zwar flächig abgehoben, an ein oder zwei Seiten mit der Marke aber noch verbunden (oft auch wieder vollflächig aufgeklebt worden).
M
Makulaturdrucke
Makulaturdrucke (kurz „Makulatur" genannt) sind unbrauchbare Druckerzeugnisse, die infolge technischer Mängel, aber auch bei der Maschineneinrichtung während des Druckvorganges entstehen. Dazu gehören alle Abweichungen, welche die Marken zum eigentlichen postalischen Zweck unverwendbar machen.
Markenheftchen
Ein Markenheftchen ist eine Zusammenstellung von Briefmarken, bei der die Marken in einem oder mehreren Blättern gleicher und/oder verschiedener Wertstufen zusammengefasst verkauft werden. Die Heftchenblätter sind im Markenheftchendeckel durch Klammerung, Klebung oder Nähung befestigt.
Maschinenproben
Maschinenproben dienen im Unterschied zu den Andrucken nicht der unmittelbaren Vorbereitung des Drucks bestimmter Postwertzeichen, sondern lediglich der Erprobung insbesondere neuer oder reparierter Druckmaschinen durch Herstellung markenähnlicher Drucke.
Mehrfachfrankatur
Mehrfachfrankatur (MeF) portogerecht: Mehrere gleiche Postwertzeichen auf Ganzstück. Eine portogerechte Mehrfachfrankatur liegt vor, wenn das gesamte Porto der Postsendung tarifgemäß durch mehrere Stücke der gleichen Briefmarke (gleiche Kataloghauptnummer) abgegolten wird.
Mischfrankatur
Mischfrankatur (MiF) portogerecht: Verschiedene Postwertzeichen oder verschiedene Freimachungsarten auf Ganzstück. Eine portogerechte Mischfrankatur liegt vor, wenn das gesamte Porto der Postsendung tarifgemäß durch unterschiedliche Postwertzeichen oder verschiedene Freimachungsarten abgegolten wird.
Muster
Muster ist ein deutscher Begriff für „Specimen", der in Form eines Stempels auf Vorlagestücken zur Ausgabe vorgesehener Postwertzeichen angebracht wurde. Diese „Muster" wurden der Presse und berechtigten Empfängerkreisen meist vor Ausgabe zur Information zugeschickt. Sie werden grundsätzlich nicht geprüft.
N
Nachdrucke
Nachdrucke sind solche Drucke vom veränderten Originaldruckmedium (Druckstein, Druckplatte, Klischee etc.), die im gleichen Druckverfahren wie die Originale nach endgültiger Einstellung des Drucks dieser Postwertzeichen hergestellt worden sind. Bei Nachdrucken zum Schaden der Sammler handelt es sich um Fälschungen.
Nadelloch
Ein Nadelloch ist ein in der Durchsicht erkennbares kleines, rundes Loch, das auf die Verwendung einer Steck- bzw. Metallnadel zurückzuführen ist (z.B. durch die Anbringung von Zollpapieren per Metallnadeln auf einer Paketkarte). Ein Nadelloch ist nicht herstellungsbedingt und daher ein Mangel.
Neudrucke
Neudrucke sind nur solche Drucke vom unveränderten Originaldruckmedium (Druckstein, Druckplatte, Klischee usw.), die im gleichen Druckverfahren wie die Originale nach endgültiger Einstellung des Drucks dieser Postwertzeichen und in der Regel nach Ablauf der Gültigkeit hergestellt worden sind.
P
Papierfremdkörper
Markenpapiere enthalten je nach Zusammensetzung oftmals kleine Fremdkörper wie Leim- oder Sandkörner. Wenn sie ausbrechen oder ausgewaschen werden, hinterlassen sie oft kleine unregelmäßig geformte Löcher im Papier. Diese sind als herstellungsbedingt und damit nicht als Mängel anzusehen.
Papierstärke
Bei vielen Briefmarkenausgaben wurden aus den verschiedensten Gründen (Krieg, Wechsel der Lieferanten, andere Papieranforderungen) mitunter deutlich unterschiedliche Papiere verwendet, die sich auch hinsichtlich ihrer Papierstärke unterscheiden lassen. Sofern diese deutlich messbar sind, werden sie in der Regel katalogisiert.
Papierwelle
Eine Papierwelle ist eine Papierunregelmäßigkeit, die im Gegensatz zu einer Aufklebefalte meist herstellungsbedingt und im Gegensatz zu einem Knitter nicht so stark bzw. scharf ausgeprägt ist; oft verläuft sie auch großflächiger als ein Knitter. Eine Papierwelle ist kein Mangel.
Plattenfehler
Ein Plattenfehler ist eine Abweichung im Druckbild einer Marke oder eines Auf- bzw. Überdrucks, die infolge einer Beschädigung der Druckform entstanden ist. Man unterscheidet je nach Zeitpunkt der Entstehung zwischen primären (Fehler im Urstöckel), sekundären (Fehler während der Herstellung der Druckformen) und tertiären Plattenfehlern (Fehler während des Drucks).
Postwertzeichen
Postwertzeichen sind von einer zur Wahrnehmung des Postdienstes autorisierten Stelle (staatliche Behörde, Postverwaltung, lizenziertes privates Unternehmen) oder in deren Auftrag hergestellte und herausgegebene Marken und Ganzsachen, die als Quittung für eine bestimmte postalische Leistung, als Bestätigung der Postgebührenfreiheit oder als Voraussetzung der Zulassung zur Postbeförderung dienen.
postfrisch
Der Begriff „postfrisch" ist eine Zustandsbezeichnung, die sich ausschließlich auf die Gummierung bezieht. Als postfrisch mit Originalgummierung gelten nicht entwertete Marken, deren Gummierung nicht verändert wurde und dem Originalzustand unter Berücksichtigung eines natürlichen Alterungsprozesses entspricht.
Probedrucke
Probedrucke sind Abzüge von zur Ausgabe angenommenen Druckformen in der endgültigen Markenzeichnung. Zwecks Kontrolle der technischen Voraussetzungen und/oder Vergleich der Druckverfahren sowie zur Überprüfung der besten Farbwirkung werden Probedrucke in verschiedenen Zusammenstellungen hergestellt.
Prüfer
Als Prüfer werden in den philatelistischen Begriffsbestimmungen die Prüfer des BPP bezeichnet, die auf der Grundlage ausgewiesener und verbindlicher Geschäftsbedingungen (Prüfordnung des BPP) ihre fundierte Meinung zu einer Prüfvorlage äußern, eine Echtheits-, Erhaltungs- und Qualitätsbestimmung vornehmen, das Prüfobjekt entsprechend signieren bzw. attestieren und dafür eine persönliche Haftung übernehmen.
Prüfgegenstand
Prüfgegenstand sind alle Vorlagen, die sich im engeren Sinne mit Philatelie und Postgeschichte befassen und nach der Prüfordnung des BPP Prüfgegenstände sein können.
R
Reparaturen
Reparaturen bezeichnen bewusste Veränderungen (Manipulationen) des Prüfgegenstandes. Sie werden entweder unter Verwendung fremden Materials (Schließen eines Risses, Hinterlegung dünner Stellen, Ansetzen von Rändern, Gummierungsergänzungen) oder ohne Hinzufügen fremder Bestandteile (Nachzähnung, Entfernen von Schmutz) durchgeführt.
Rückdatierungen
Bei nachträglichen Entwertungen auf in der Regel außer Kurs gesetzten Marken mit einem Stempel, der zeitgerecht im Postdienst Verwendung fand, handelt es sich um Rückdatierungen. Diese werden wie Falschstempel behandelt und bei zweifelsfreiem Nachweis als „Stempel falsch" signiert.
S
Schürfstelle
Eine Schürfstelle ist eine Beeinträchtigung der Papierstruktur, die aufgrund des fehlenden Materials erkennbar stärker ausfällt als eine Aufrauhung. Im Benzinbad zeichnet sie sich dunkel ab.
Sicherheitsmerkmale
Zur Verhinderung von Nachahmungen von Postwertzeichen zum Schaden der Post sind die unterschiedlichsten Sicherheitsmerkmale bei der Herstellung der Marken angewandt worden. Zu den wichtigsten Verfahren zählen das Wasserzeichen, Zusätze von Farbe, Fluoreszenzen oder Papierfäden, Sicherheitsfäden sowie die Anbringung von Prägungen.
Specimen
Specimen ist ein aus dem Lateinischen herrührender Begriff für „Probestück" oder „Muster". Er bezeichnet Postwertzeichen, die mit einem gleichlautenden Stempel oder Aufdruck als Vorlagestücke für den Weltpostverein, die Presse, Firmen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gekennzeichnet werden. Specimen sind keine gültigen Postwertzeichen, sondern Vorlageexemplare.
T
Teilfälschungen
Teilfälschungen sind Fälschungen, bei denen an den ursprünglichen Postwertzeichen Veränderungen vorgenommen wurden (z.B. durch Veränderung der Gummistruktur, Neugummierung, Farbveränderungen, Abschneiden der Zähnung, Anbringen eines falschen Aufdrucks, einer falschen oder ergänzten Entwertung oder anderer Zusätze).
Ü
Überdruck
Bezeichnung für alle nachträglich (maschinell oder manuell) angebrachten Drucke zur Änderung des Frankaturwertes eines vorhandenen Postwertzeichens in Form von zusätzlichen Buchstaben, Worten oder Zeichen. Auch die Anbringung eines sich wiederholenden Musters als Schutz- oder Sicherheitsmaßnahme wird als Überdruck bezeichnet.
Überfrankatur
Übersteigt bei einem Ganzstück der durch Postwertzeichen ausgewiesene Gesamtbetrag das tarifgemäße Porto für diese Postsendung, so ist das Ganzstück überfrankiert. Überfrankierte Belege unterliegen bei Prüfung und Bewertung einer differenzierten Betrachtung.
U
Unterfrankatur
Unzureichend frankierte Ganzstücke, deren Frankatur nicht das gesamte Porto der Postsendung abdeckt, sind unterfrankiert. Vom Empfänger der Sendung wurde in der Regel ein erhöhtes Entgelt des Fehlbetrags (Nachgebühr) erhoben. Unterfrankierte Belege unterliegen bei Prüfung und Bewertung einer differenzierten Betrachtung.
ungebraucht
Ungebrauchte Marken sind nicht entwertete Marken, die Originalgummierung mit Falz(en), Falzspur(en) oder Haftspur(en) haben. Hierzu zählen auch entfalzte Marken. Eine ungebrauchte Marke ist keine mangelhafte postfrische Marke.
V
verfärbt
Verfärbungen von Marken können die unterschiedlichsten Formen zeigen: Die Marken können teilweise oder vollständig verblasst, verfärbt, in der Farbe abgedunkelt, fleckig verändert oder auch nur stärker vergilbt sein. Die Ursache kann in einer unsachgemäßen Lagerung, einer Reinigung oder einer längeren Wässerung liegen.
vergilbt
Durch Lichteinfluss, Wärmeeinwirkung, Luftfeuchtigkeit oder auch infolge natürlicher Alterung eintretende Papierverfärbung, insbesondere bei holzhaltigem bzw. Papier minderer Qualität.
verwaschen
Verschmutzungen auf Marken, mitunter sogar leichte Stockflecken, können auch durch eine längere Wässerung entfernt oder abgemildert werden. Eine solche hinterlässt auf der Marke Spuren: Das Papier erscheint meist erheblich dunkler im UV-Licht und im Tageslicht wirken die Marken oft heller und „reiner" in der Farbe.
Vorausfrankierung
Belege, bei denen das Porto im Voraus durch Abgabe von Karten und Briefumschlägen mit eingedruckten Marken (z.B. Ganzsachen) oder Freistempeln bezahlt wird, wobei deren Verwendung erst zu einem späteren Zeitpunkt auf Veranlassung des Käufers erfolgen sollte, bezeichnet man als vorausfrankiert.
W
Wasserzeichen
Wasserzeichen dienten anfänglich als Kennzeichen von Papier(sort)en und Herstellern (Fabrik-Wasserzeichen), später als wesentliches Sicherheitsmerkmal der Verhinderung von Nachahmungen der Postwertzeichen (amtliche Wasserzeichen). Sie entstehen durch vorgefertigte (Draht-)Muster, die in das noch feuchte Papier eingepresst werden, wobei an diesen Stellen das Papier dünner wird.
Z
Zahnfehler
Mit dem Begriff Zahnfehler werden im Wesentlichen Zahnverkürzungen beschrieben. Marken können hinsichtlich ihrer Zähnung als „sehr gut", „gut", „normal", „in der für diese Ausgabe typischen Zähnung", „unregelmäßig" oder „fehlerhaft" gezähnt beschrieben werden.
Zähnung
Die häufigste Trennungsart bei der Postwertzeichenherstellung ist die Zähnung, bei der Teile des Papiers mithilfe fein geschliffener Hohlstifte aus dem Markenbogen geschnitten bzw. gestoßen werden. Je nach Aufbau der Zähnungsvorrichtung unterscheidet man Linien-, Kamm-, Kasten- oder Stanzzähnung.
Zusammendrucke
Zusammendrucke sind Verbindungen von mehreren Feldern eines Markenbogens oder Markenheftchenbogens, die – ob gleich oder verschieden – zusammenhängend geblieben sind. Sie entstehen, wenn Felder mit verschiedenen Wertstufen, Marken und Leerfeldern, Marken und Zwischenstreifen, oder verschiedene Marken eines Bogens zusammenhängend verkauft oder verwendet wurden.